Allgemeine Geschäftsbedingungen
Entwurf — vor dem Launch anwaltlich prüfen lassen.
§ 1 Geltungsbereich
Diese AGB gelten für die Nutzung der Plattform „Kidara", betrieben von [Betreiber-Name], [Straße Nr.], [PLZ Ort] (nachfolgend „Anbieter"). Sie gelten gegenüber Verbrauchern und Unternehmern.
§ 2 Vertragsgegenstand
Kidara ist eine Plattform zur Organisation gemeinsamer Elternschaft mit Chat, gemeinsamem Kalender, Umgangstagebuch sowie Kosten- und Dokumentenverwaltung. Die von Kidara bereitgestellten Dokumentations- und Exportfunktionen dienen ausschließlich der Dokumentation und stellen keine Rechtsdienstleistung und keine Rechtsberatung im Sinne des RDG dar.
§ 3 Vertragsschluss und Registrierung
Der Vertrag kommt mit der Registrierung bzw. der Buchung eines kostenpflichtigen Tarifs zustande. Der Nutzer sichert zu, wahrheitsgemäße Angaben zu machen und mindestens 18 Jahre alt zu sein. Zugangsdaten sind vertraulich zu behandeln.
§ 4 Leistungen und Tarife
- Free: Ende-zu-Ende-verschlüsselter Chat.
- Organisiert: zusätzlich gemeinsamer Kalender und Umgangstagebuch.
- Organisiert+: zusätzlich Übergabe-Protokoll, Änderungsanträge mit Historie, Lesebestätigungen, Kosten-Tracker, Dokument-Sharing, Dossier-PDF-Export, Nachrichten-Import und Anwalts-Sharing.
§ 5 Preise und Zahlung
Free: 0 €. Organisiert: 6,00 €/Monat. Organisiert+: 9,00 €/Monat. Ein Abonnement gilt für beide Elternteile einer Familie; der zweite Elternteil erhält Zugang zu den Funktionen des gebuchten Tarifs, ohne einen eigenen Vertrag zu schließen. Vertragspartner und Zahlungspflichtiger ist ausschließlich die Person, die das Abonnement abgeschlossen hat. Endet das Abonnement, endet auch der Zugang des mitnutzenden Elternteils. Alle Preise inkl. gesetzlicher USt. Die Abrechnung erfolgt über den Zahlungsdienstleister Mollie. Zahlungen sind im Voraus für den jeweiligen Abrechnungszeitraum fällig.
Einführungspreis. Die vorstehenden Beträge sind Einführungspreise, die gelten, solange die Anwendung nicht in den App-Stores von Google und Apple verfügbar ist. Danach steigen die Preise für Neuabschlüsse auf 11,99 €/Monat (Organisiert) bzw. 17,99 €/Monat (Organisiert+). Für bereits geschlossene Verträge bleibt der bei Vertragsschluss vereinbarte Preis für die gesamte Vertragsdauer bestehen; eine einseitige Anhebung auf den späteren Preis findet nicht statt.
§ 6 Testphase
Nach der Registrierung stehen für 7 Tage die Organisiert+-Funktionen kostenlos zur Verfügung. Welche Folge der Ablauf der Testphase hat, richtet sich danach, ob bei der Registrierung ein Zahlungsmittel hinterlegt wurde:
- Ohne hinterlegtes Zahlungsmittel. Nach Ablauf der 7 Tage wechselt das Konto automatisch in den kostenlosen Tarif Free (verschlüsselter Chat). Es erfolgt keine Umwandlung in ein kostenpflichtiges Abonnement und keine Abbuchung.
- Mit hinterlegtem Zahlungsmittel. Wurde bei der Registrierung ein kostenpflichtiger Tarif ausdrücklich zahlungspflichtig bestellt und ein Zahlungsmittel hinterlegt, geht die Testphase nach Ablauf der 7 Tage automatisch in das gebuchte, kostenpflichtige Abonnement über; der Tarifpreis nach § 5 wird abgebucht. Der Anbieter kündigt die erste Abbuchung spätestens 3 Tage vorher per E-Mail unter Angabe des Betrages an.
Die Testphase kann in beiden Fällen jederzeit vor ihrem Ablauf beendet werden (§ 7); eine Abbuchung findet dann nicht statt. Das Widerrufsrecht nach § 8 bleibt unberührt.
§ 7 Laufzeit und Kündigung
Kostenpflichtige Tarife laufen auf den gewählten Abrechnungszeitraum und sind jederzeit zum Ende des laufenden Zeitraums kündbar — über die Einstellungen in der App oder per E-Mail an info@example.com. Der Anbieter kann den Vertrag bei schwerwiegenden Verstößen außerordentlich kündigen.
Sperrung. Bei erheblichen Verstößen gegen § 9 — insbesondere bei rechtswidrigen Inhalten, Bedrohung oder Belästigung anderer Nutzer oder bei Verdacht auf missbräuchliche Nutzung zulasten Dritter — kann der Anbieter den Zugang vorübergehend sperren. Der Nutzer wird über Anlass und Dauer informiert, soweit dies nicht die Rechtsverfolgung oder den Schutz Dritter gefährdet. Bei einer Sperrung ohne wirksamen Grund lebt der Zugang wieder auf; bereits gezahlte Entgelte für den gesperrten Zeitraum werden erstattet.
Kontolöschung und gemeinsame Daten. Der Nutzer kann sein Konto jederzeit in den Einstellungen löschen. Dabei gilt:
- Persönliche Daten des Nutzers werden gelöscht oder anonymisiert. Der Name des Kontos erscheint anschließend nur noch als „Gelöschter Nutzer".
- Inhalte, die der Nutzer allein angelegt hat und die niemandem sonst zugeordnet sind, werden vollständig gelöscht. Das gilt auch für eine Familie, der kein zweiter Elternteil beigetreten ist, samt der darin enthaltenen Termine, Einträge und Dokumente.
- Inhalte einer gemeinsam genutzten Familie — Kalender, Übergabe-Protokolle, Umgangstagebuch, Kosten und Dokumente — bleiben bestehen, weil sie zugleich Daten des anderen Elternteils sind und diesem weiterhin zustehen. Der Löschanspruch nach Art. 17 DSGVO erstreckt sich nach Absatz 3 nicht auf Daten, deren Löschung die Rechte anderer beeinträchtigen würde.
- Der zum Konto gehörende verschlüsselte Chat-Zugang wird deaktiviert.
Der Nutzer kann seine Daten vor der Löschung jederzeit über die Exportfunktion in den Einstellungen herunterladen (Art. 20 DSGVO).
§ 8 Widerrufsrecht
Verbrauchern steht ein Widerrufsrecht zu; Einzelheiten in der Widerrufsbelehrung. Der Widerruf kann auch online über die Schaltfläche „Vertrag widerrufen" erklärt werden, die auf jeder Seite verfügbar ist (§ 356a BGB).
§ 9 Pflichten des Nutzers
Der Nutzer verpflichtet sich, die Plattform nicht rechtswidrig zu nutzen, keine rechtswidrigen Inhalte einzustellen und Rechte Dritter zu wahren. Beim Import oder Upload fremder Kommunikation/Aufnahmen ist der Nutzer für die Zulässigkeit selbst verantwortlich.
Zugang. Zugangsdaten sind geheim zu halten und dürfen nicht weitergegeben werden. Für Handlungen, die über sein Konto vorgenommen werden, ist der Nutzer verantwortlich. Ein Verdacht auf unbefugten Zugriff ist dem Anbieter unverzüglich mitzuteilen.
Angaben über den anderen Elternteil. Die Plattform ist darauf angelegt, den Umgang mit gemeinsamen Kindern zu organisieren und zu dokumentieren. Dabei entstehen zwangsläufig Angaben über den anderen Elternteil, auch wenn dieser die Plattform nicht nutzt. Der Nutzer verpflichtet sich, ausschließlich sachliche und zutreffende Angaben zu machen. Wer Inhalte einstellt, hat dafür einzustehen, dass er dazu berechtigt ist; das gilt besonders für importierte Nachrichten, Aufnahmen und Dokumente.
Angaben über Kinder. Namen, Termine, Gesundheits- und Betreuungsangaben der Kinder sind besonders schutzwürdig. Der Nutzer verarbeitet diese Daten in Ausübung seiner elterlichen Sorge und beschränkt sie auf das, was für die Organisation und Dokumentation des Umgangs erforderlich ist.
Keine Verfälschung. Einträge, Protokolle und Exporte können in familienrechtlichen Verfahren verwendet werden. Es ist untersagt, Einträge wahrheitswidrig anzulegen, zu verfälschen oder rückzudatieren, um einen unzutreffenden Geschehensablauf zu belegen. Der Anbieter weist darauf hin, dass solches Verhalten strafrechtliche Folgen haben kann.
Rolle des Anbieters. Der Anbieter prüft eingestellte Inhalte nicht auf ihre Richtigkeit und ist dazu auch nicht verpflichtet. Der Chat ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt; der Anbieter hat dort keinen Zugriff auf Inhalte und darf ihn nach § 3 TTDSG auch nicht haben. Eine inhaltliche Prüfung findet daher ausschließlich auf Hinweis und nur außerhalb des verschlüsselten Chats statt.
§ 10 Verfügbarkeit
Der Anbieter bemüht sich um hohe Verfügbarkeit, schuldet jedoch keine ununterbrochene Verfügbarkeit. Wartungsfenster und höhere Gewalt bleiben vorbehalten.
§ 11 Haftung
Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) und begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder gerichtliche Verwertbarkeit von Exporten und Dokumentationen wird im gesetzlich zulässigen Rahmen keine Gewähr übernommen.
§ 12 Datenschutz
Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in der Datenschutzerklärung.
§ 13 Nutzung durch Anwaltskanzleien (B2B)
Für den Kanzleizugang gelten ergänzend die folgenden Regelungen. Vertragspartner ist in diesem Fall die Kanzlei; der Vertrag wird ausschließlich mit Unternehmern im Sinne des § 14 BGB geschlossen. Ein Widerrufsrecht nach § 8 besteht nicht.
Freischaltung. Die Registrierung einer Kanzlei begründet noch keinen Anspruch auf Nutzung. Der Zugang wird nach Prüfung durch den Anbieter freigeschaltet; der bei der Registrierung angegebene Tarif ist ein unverbindlicher Wunsch. Bis zur Freischaltung besteht kein Zugriff auf Mandantendaten. Der Anbieter kann Kanzleien in einer Pilotphase befristet unentgeltlich freischalten.
Tarife. Kanzlei Solo 49 €, Kanzlei Team 99 €, Kanzlei Pro 199 €, jeweils monatlich zuzüglich Umsatzsteuer. Die Tarife unterscheiden sich in der Zahl der Benutzerplätze und der aktiven Mandate.
Zugriff auf Mandantendaten. Der Zugriff auf einen Fall setzt voraus, dass die Mandantschaft das Mandat angenommen und den Fall ausdrücklich freigegeben hat. Der Zugriff ist ausschließlich lesend, wird protokolliert und kann von der Mandantschaft jederzeit widerrufen werden. Für die kanzleieigenen Daten stellt der Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO bereit.
Kündigung und Sperrung. Mit Kündigung des Kanzlei-Abonnements endet der Zugriff auf Mandantendaten. Kanzlei- und Mandatsstammdaten sowie die Zugriffsprotokolle bleiben erhalten und einsehbar. Der Anbieter kann einen Kanzleizugang bei Zahlungsverzug oder Verstoß gegen diese Bedingungen sperren; der Grund wird der Kanzlei mitgeteilt.
§ 14 Schlussbestimmungen
Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Die EU-Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung bereit (ec.europa.eu/consumers/odr/). Der Anbieter ist nicht verpflichtet und nicht bereit, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen. Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, bleibt der übrige Vertrag wirksam.
Stand: 6. August 2026. Entwurf — vor Launch anwaltlich prüfen lassen.